Das Weltjugendforum der UN im neuen Jahrtausend

Auch die globale Zusammenarbeit der Jugendstrukturen war geprägt durch die Zeichen des kalten Krieges: auf der einen Seite die World Assembly of Youth mit nationalen Mitgliedsverbänden kapitalistischer Länder, auf der anderen die World Federation of Democratic Youth, verwurzelt in den kommunistischen Ländern. Seit dem Mauerfall sind auch diese Strukturen nicht mehr adäquat, und – anders als in vielen anderen Bereichen – befinden sich heute beide Pole in Auflösung. Als neue, und noch eher lose Struktur wurde das Weltjugendforum der UN ins Leben gerufen, eine (noch) unregelmässige Serie von Konferenzen mit VertreterInnen von nationalen Jugendräten, internationalen Jugendorganisationen und VertreterInnen all jener UN-Organe und Agenturen, die sich mit Jugend und Jugendarbeit beschäftigen. 2001 soll dieses Forum in der vierten Auflage in Senegal stattfinden.

Jugend als crosssectoral issue

Was sind Jugendthemen? Was betrifft die Jugend? Die Antwort ist a priori so viel- wie nichtssagend: alles. Wirtschaftspolitik bestimmt Jugendarbeitslosigkeit, Sozialpolitik beeinflusst bildungspolitische Massnahmen, Krieg und Frieden treffen Jugendliche als schutzlose Opfer, als Kindersoldaten, als ihrer Zukunft beraubte Generation... Oberstes Ziel jeglicher Jugendpolitik muss deshalb sein, den Fokus Jugend auf jedes Thema zu lege und die direkte und anerkannte Jugendpartizipation in allen sozialen und politischen Prozessen zu fördern.

Globale Jugendpolitik

Während Jugend im Norden eine Lebensphase umfasst, die geprägt ist von Bildung und Orientierung, bedeutet in vielen Ländern des Südens Jugend etwas ganz anderes. Oft werden Menschen im Süden vom Kind direkt zum arbeitenden und volle Verantwortung tragenden Erwachsenen, während gleichzeitig die Hälfte der Südbevölkerung unter 25 Jahre alt ist. Aus diesen unterschiedlichen Situationen heraus eine globale Jugendpolitik zu formulieren, ist nicht ganz einfach, was sich auch an der 1. WeltjugendministerInnen-Konferenz 1998 gezeigt hatte: Während es z.B. in vielen Ländern Afrikas hauptsächlich um Alphabetisierung und Arbeitslosigkeit geht, heisst in den USA Jugendpolitik nicht viel mehr als Drogen- und Nikotinprävention...

Für die VertreterInnen der Jugendverbände sind die wichtigsten gemeinsamen Ziele jedoch klar: Aufbau von partizipativen Jugendstrukturen von der lokalen bis zur globalen Ebene, kohärente nationale Jugendpolitiken und Förderungs- und Austauschprogramme, Zugang zu Bildung für alle – und wo die nationalen Regierungen dafür zu schwach sind, muss die UNO das ihre tun, sie an ihre Verantwortung zu erinnern.

Ungewisse Finanzierung

Das nächste Weltjugendforum in Senegal soll genau in diese Richtung zielen: Ausgehend von der Evaluation der Umsetzung des Braga Action Plans – dem Schlussdokument des letzten Forums – konkrete Forderungen an jede Ebene stellen, und nicht zuletzt das WJF als die globale Plattform für Jugendpartizipation etablieren. Allerdings ist noch nicht einmal klar, ob die Finanzierung für dieses Forum zustande kommt...

Christina Aebischer,
Mitarbeiterin von SAJV (Schw. Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände) in Bern

Weitere Informationen sind im Internet zu finden bei:

www.sajv.ch

www.younet-global.ch

www.un.org/events/youth98/yforum98/bragayap.htm


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