Medien und Krieg

Als Leserin oder Leser der FriZ interessieren Sie sich nicht nur für Kriege und Konflikte, sondern mindestens ebenso sehr für deren Hintergründe und die Möglichkeiten, sie beizulegen. Jeder bewaffnete Konflikt ist ­ bei allen Parallelen, die sich immer wieder zeigen ­ einzigartig. Um die Beweggründe und Motive aller Beteiligten zu verstehen, sind wir auf möglichst viele Informationen über einen Konflikt angewiesen. Die wenigsten von uns haben aber jemals «Krieg» unmittelbar erlebt. Zwischen uns und dem Krieg stehen die Medien: Sie schildern uns den Verlauf der Konflikte, liefern uns Informationen über die Friedensprozesse und ­ tragen damit entscheidend zu unserer Meinung bei.

Die Bilder, Töne und Texte der Medien fallen jedoch nicht vom Himmel, sondern sind das Werk von Menschen (ReporterInnen, Kameraleute, RedaktorInnen, bis hin zu den TV-ProduzentIn-nen und ZeitungsverlegerInnen), die ­ mal offen, mal verdeckt ­ eigene Meinungen und Interessen verfolgen. Wie ein aktueller Bericht einzuschätzen ist, stellt sich bestenfalls geraume Zeit später heraus. MedienkonsumentInnen (zu denen auch wir als FriZ-RedaktorInnen gehören) müssen gerade in der Kriegsberichterstat-tung immer damit rechnen, schlecht informiert oder gar belogen zu werden. Ignacio Ramonet formuliert es in seinem Buch «Die Kommunika-tionsfalle»: «Das einzige Mittel des Bürgers, zu kontrollieren, ob eine Information wahr ist, besteht darin, die Aussagen der verschiedenen Medien miteinander zu vergleichen. Doch wenn alle das Gleiche behaupten, bleibt ihm nur noch, diesen einheitlichen Befund gelten zu lassen»

Welche Rolle spielen Medien in Konflikten? Wie hat sich das Medienverhalten in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt? Wie arbeiten Journalistinnen, die über kriegerische Auseinandersetzungen berichten? Unter welchen Voraussetzungen kann ein Medium in einem Konflikt «unabhhängig» berichten? Wir hoffen, dass wir Ihnen auf den folgenden Seiten ein paar Antworten auf diese Fragen liefern können.

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