FriZ - Editorial aus Nr. 2/2003

Bagdad ist erobert, die Stimme des Diktators verhallt. Die ganze Welt hat über die Medien den Vormarsch der US-britischen Truppen mitverfolgt wie in einem Kriegsfilm. Über die Hintergründe des Krieges nachzudenken blieb keine Zeit. Wollte Georges W. Bush Saddam Hussein stürzen? Oder beweisen, dass er Massenvernichtungswaffen verstecke? Oder wollte er wirklich das irakische Volk befreien? Durch den gewaltigen militärischen Angriff wurde eines der brutalsten Regimes vernichtet, doch auf die Diktatur folgte das Chaos, die Anarchie. Dieser Krieg hat schätzungsweise 100 Milliarden Dollar gekostet. Was kostet der Wiederaufbau des Landes? Wer entscheidet, an welche Firmen die Aufträge gehen?

Diese friZ befasst sich mit dem Thema Geldfluss. Als Folge der Liberalisierung der Finanzmärkte werden die Reichen immer reicher und die Armen zerbrechen an ihren Schulden. Welche Rolle spielt dabei der Internationale Währungsfonds IWF? Welche Reformen sind nötig, damit auch die finanzschwächeren Länder wieder mitbestimmen können? Im Interesse einer gesunden Wirtschaft braucht der internationale Kapitalfluss eine demokratische Kontrolle.

Neben dem Fokus auf die weltweiten Geldströme muss sich die friZ auch mit den eigenen Finanzen befassen. Die Neugestaltung der Zeitschrift hat rundum positives Echo ausgelöst, aber sie hat auch etwas gekostet. Auf viele Anfragen bei Stiftungen und Sponsoren haben bisher Migros Kulturprozent und die Stiftung Gertrud Kurz positiv reagiert und einen Beitrag überwiesen. Wir bedanken uns herzlich bei den beiden Organisationen. Die Redaktion hofft, dass das Rinnsal nicht versiegt und der friZ noch etwas mehr Geld für die Investition in den neuen Auftritt zufliesst.

Christa Zopfi


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