Vor Jahresfrist hiess das Thema einer friZ "Geldfluss". Wir befassten uns damals insbesondere mit dem Phänomen der liberalisierten Finanzmärkte, die wesentlich dazu beigetragen haben, dass die Kluft zwischen den sehr reichen und den sehr armen Menschen in den letzten Jahrzehnten stetig gewachsen ist. Trotz Entwicklungszusammenarbeit, Strukturhilfeprogrammen und globalen Politgipfeln ist die Macht des Geldes ungebrochen.
Auch in dieser Ausgabe behandeln wir wieder ein ökonomisches Thema: "Wirtschaft und Frieden". Die Liberalisierung der Finanzmärkte war sowohl eine Folgeerscheinung wie auch eine treibende Kraft hinter dem, was wir gemeinhin mit dem Begriff "Globalisierung" bezeichnen. Eine wesentliche Veränderung im Zuge dieser Globalisierung ist die zunehmende staatenübergreifende Organisation der Wirtschaft. Multinationale Unternehmen sind nicht mehr einfach den Gesetzen und Bedingungen eines Staates unterworfen, sondern operieren weltweit. Scheinbar kommen die neoliberalen WirtschaftsvertreterInnen damit ihrem alten Credo "Weniger Staat" immer näher. Die schiere Macht, welche die grössten Konzerne der Welt heute darstellen, könnte aber auch zu einem paradoxen Ergebnis führen: Dass sich die Staaten dieser Erde zusammenraufen müssen und endlich zur Einführung weltweit gültiger Normen und Vorschriften im Wirtschaftsbereich bereit sind. Alle Staaten? Nein, nicht alle! Zumindest ein grosses Land zwischen Atlantik und Pazifik würde sich dagegen sicher weiter tapfer zur Wehr setzen...
Detlev Bruggmann
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