FriZ - Editorial aus Nr. 4/2004

Liebe Leserinnen, liebe Leser

Der Bürgerkrieg in der Demokratische Republik Kongo (DRC) nimmt kein Ende: Seit 1997, dem Ende des letzten Diktators Mobutus, kommt das riesige land nicht zur Ruhe. Insbesondere in der Region der Grossen Seen im Osten des Landes .

Mitten in Afrika gelegen, bis in die 60er Jahre eine belgische Kolonie, ist die Demokratische Republik Kongo eines der rohstoffreichsten Länder der Erde: Ausser Öl, Diamanten und Gold gibt es dort grosse Vorkommen verschiedenster Metalle; dazu kommen noch Kohlelager und die immensen Holzreserven des Regenwalds. Trotzdem gehört die DRC zu den ärmsten Staaten der Welt (Durchschnittseinkommen: 1000 Franken pro Kopf und Jahr; Platz Nr. 185) und einer niedrigen Lebenserwartung (Durchschnitt: 49 Jahre; Nr. 163). Die Schweiz dagegen gilt als rohstoffarmes und kleines Land (mehr als 50mal kleiner als die DR Kongo) - trotzdem belegt sie in der Weltrangliste Platz 5 sowohl punkto Bruttosozialprodukt angeht (gut 40000 Franken pro Kopf und Jahr) als auch bei der Lebenserwartung (80 Jahre).

Glück und Unglück sind auf dieser Welt nicht gerecht verteilt. Dies zu erkennen wird dank der Globalisierung immer einfacher. Darauf aber nicht bloss bedauernd mit der Schulter zu zucken, sondern zu mehr Gerechtigkeit beizutragen, bleibt aber nach wie vor die Herausforderung.

Detlev Bruggmann


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