Ja, warum heute arbeiten, wenn heute mein freier Tag sein könnte? Warum unternehmen wir nicht jetzt und hier den nächsten Schritt, um die Arbeit besser zu verteilen?
Zum Beispiel so: Mit der Einführung der 4-Tage-Woche in der Schweiz könnten wir über 250 000 Arbeitsplätze retten beziehungsweise neue schaffen. Wir könnten aber auch die Erwerbsarbeit und Familienbetreuung gerechter verteilen, denn selbst wenn beide 100 Prozent arbeiten, blieben vier Tage pro Woche (inklusive Wochenende) als Familienzeit. Auch Ein-Eltern-Familien ginge es besser: Eine 100-Prozent-Stelle und damit ein ausreichendes Einkommen wäre möglich und dennoch bliebe Zeit für die Familie. Aber nicht nur Kinder und Eltern würden profitieren. Neben der Arbeit bliebe grundsätzlich mehr Zeit Zeit für politischen Einsatz, für Musse, für Sport, kurz: Zeit zum Leben.
Damit dies keine Utopie bleibt, sammeln die Gewerkschaften Unterschriften für ihre Initiative für eine kürzere Arbeitszeit, die die Arbeitszeit stufenweise auf 36-Stunden pro Woche zurückfahren will. Unternehmen, die schneller oder mehr reduzieren, sollen vom Staat unterstützt werden, denn sie helfen der Arbeitslosenversicherung auf sinnvolle Weise Geld zu sparen. Auch die Überzeit soll deutlich mehr als heute eingeschränkt werden und ausserdem in der Regel mit Freizeit inkl. Zuschlag kompensiert werden damit wird die Gesundheit geschützt und einer Überbelastung, wie sie heute viele kennen, vorgebeugt.
Der Lohn bleibt dabei garantiert, mindestens bis zu einem Einkommen von 7200 Franken pro Monat. Ein besonderes Augenmerk legt die Initiative darauf, dass die Diskriminierung von Teilzeit-Arbeit endlich in sämtlichen Bereichen unterbunden wird.
Überzeugt? Wir brauchen noch Unterschriften um die Initiative am 4. November einreichen zu können. Unterschriftenkarten sind zu bestellen bei: SGB, Postfach 3000 Bern 23, Edith Pretto oder Elisabeth Dupont 031 371 56 66, Fax 031 371 08 37. Ab 28. August finden in allen grösseren Schweizer Städten Sammelaktionen statt. Wir freuen uns über spontane MitsammlerInnen.
Christine Luchsinger ist geschäftsführende Sekretärin des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB)| Inhaltsübersicht | nächster Artikel |
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