Der Krieg in Kosov@ ist vorbei, Frieden herrscht aber noch lange nicht. Während sich die Zivilbevölkerung mit den Folgen des Krieges abfinden muss, die ethnischen Konflikte zugespitzter sind denn je und die Kfor ziemlich überfordert zu sein scheint, wendet sich die schweizerische Öffentlichkeit wieder anderen Themen zu oder beschränkt das Kosov@-Thema auf die Asylthematik. SVP-Nationalrat Hans Fehr will so schreibt er in grossen Inseraten die Kosov@-Vertriebenen sofort heimschicken und keine Asylsuchenden aus dem Kosov@ mehr aufnehmen. Er hat wohl noch nichts von den Verfolgungen der serbischen Bevölkerung und der Roma in Kosov@ gehört...
Nun besteht allerdings die Gefahr, dass die kritische Linke die heikle Interventionsthematik wieder beiseite legt, wie schon nach Bosnien. Dabei sind wir nach einem Moment des Schocks über den neuen Krieg in Europa noch nicht einmal dazu gekommen, mit den die Intervention befürwortenden Linken zu diskutieren und jetzt soll die nicht-geführte Diskussion schon wieder vorbei sein? Was, wenn der nächste Interventionskrieg kommt? (Die Angriffe der USA gegen den Irak gehen jedenfalls unbeirrt weiter...) Wollen wir uns dann wieder winden, zuerst Grundsatzdiskussionen über die Verteidigung von Menschenrechten führen, die völkerrechtliche Legitimation von Gewalt und friedliche Alternativen diskutieren? Uns von rechter Seite das Fehlen von Argumenten vorwerfen lassen?
Hoffentlich nicht. An verschiedenen Orten besteht jetzt die Gelegenheit, über unser Dilemma in der Interventionsfrage weiterzudenken und weiterzulesen: Beachten Sie die Aufrufseite mit der SFR-Veranstaltung und die Veranstaltungen der Roten Fabrik in der Agenda, aber auch den Text von Peter Weishaupt auf S. 3. Die FriZ steht gerne als Plattform für weitere Diskussionsbeiträge zur Verfügung.
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