Damals, als sich vor 100 Jahren die Vertreter von 26 Regierungen in Den Haag versammelten, war Bertha von Suttner als Journalistin dabei. Ihre Arbeit in der Friedensbewegung und ihr Roman "Die Waffen nieder!" hatten grossen Einfluss auf die Einberufung der Konferenz durch den Russischen Zaren Nikolaus II. gehabt. Als Bertha von Suttner ihren überaus populären und bestens recherchierten Antikriegsroman schrieb, beabsichtigte sie gezielt, die Massen emotional zu bewegen. Obwohl als Journalistin von den diplomatischen Verhandlungen ausgeschlossen, wurde sie "der sozusagen inoffizielle Mittelpunkt" des Ganzen, wie Theodor Herzl, einer der Teilnehmenden der Friedenskonferenz, bemerkte. Ihre Hauptaufgabe sah von Suttner darin, den Druck der Weltöffentlichkeit auf die KonferenzteilnehmerInnen wirksam werden zu lassen. So wurden dem Präsidenten der Konferenz über eine Million Unterschriften von Frauen aus aller Welt überbracht.
Doch die Ziele der Konferenz wurden vielerorts torpediert, insbesondere von den Deutschen, welche versuchten den sozialen und ökonomischen Standpunkt des Zaren lächerlich zu machen. Die Heidelberger Zeitung schrieb schon im August 1989 zynisch: "Für von Suttner, die vor einigen Jahren die Waffen nieder kommandierte und damit bei allen Männern einen Heiterkeitserfolg erzielte, (...) wird nicht mehr als eine kurze Freude dabei herauskommen."
Bertha von Suttner bekam 1905 als Anerkennung für ihre
Aktivitäten den Friedensnobelpreis verliehen. Sie selber war es, die als frühere Sekretärin Alfred Nobels diesen nach der Erfindung des Dynamits dazu brachte, den Friedenspreis 1901 erstmals zu stiften.
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