Nebengedanken

SchweizerTodesindustrie: Arbeitsplätze gesichert

Von Heiri Frei

Oerlikon Contraves, der verlustreiche Rüstungssektor von Bührle, wurde durch die deutsche Rheinmetall übernommen. Diese Firma wird grössere Möglichkeiten als Contraves haben, um ihre Mordwerkzeuge an Nato-Staaten liefern zu können; und sie wird sie auch besser via Frankreich und Grossbritannien, die mit Rüstungsexporten noch weniger pingelig als Deutschland sind, weltweit verquanten können. Die Nato-Osterweiterung ist für Rheinmetall und für die ganze Kriegsindustrie eine neue Hoffnung: Die Ausrüstung Osteuropas mit Waffen des Nato-Standards wird hunderte von Milliarden Franken kosten. Auch der Krieg in Kosov@ liess die ManagerInnen der darbenden Rüstungs-industrie aufatmen – die Aktienkurse stiegen schlagartig.

Die Unternehmung Siemens-Albis wurde vor einigen Jahren, quasi wie Contra-ves, auch ins Ausland verkauft, das heisst vollständig in den deutschen Siemens Konzern integriert. Trotzdem setzte Siemens in Zürich-Albisrieden seine Rüstungsproduktion fort. Wie vor fünf Jahren an einem Tag der offenen Tür zu sehen war, wurden dort Geräte für den Verfolgungsradar des Flakpanzers Gepard revidiert, Feldtelefone hergestellt, Nachtsichtgeräte fabriziert usw. In Reinlufträumen produzierten die MitarbeiterInnen der Firma elektronische Bestandteile für Stinger Boden-Luft Raketen – nur für die Schweizer Armee, wie mir der Pressesprecher von Siemens versicherte. Siemens-Albis war nach Bührle jahrelang die Nummer 2 des Schweizer Waffenexportes.

Tüchtige Schweizer ArbeiterInnen und Angestellte dürften also weiterhin mit Waffenexporten Konflikte schüren. Werden die Männer und Frauen der Politik, der Gewerkschaften, der Kirche, der Städte und Dörfer dagegen Stellung nehmen? Rüstungsexporte töten oft ohne Krieg. Die ärmsten Staaten dieser Welt, wie Äthiopien und Eritrea, kauften und kaufen nicht selten trotz Hungersnöten im eigenen Land Kampfflugzeuge, Bomben und Granaten statt Brot.

Im Aktionärsbrief dankt Rheinmetall seinen InvestorInnen und versichert ihnen, dass sie alles tun werden, um den "Shareholder value" und die Gewinne der Rheinmetallgruppe zu maximieren. Das Ziel für das Jahr 2000: Umsatz 10 Milliarden D-Mark.

 

Heiri Frei ist im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft für Rüstungskontrolle und ein Waffenausfuhrverbot (ARW)

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